Die App „Hello Chinese“ ist einer der bekanntesten Möglichkeiten, einen Einstieg in das Chinesisch lernen zu erhalten. Die Zeiten, in denen man auf Unterricht oder Bücher angewiesen war, um sich neues Wissen anzueignen oder etwas Neues zu lernen, sind längst vorbei. Apps dienen nicht mehr nur der Unterhaltung oder dem Abarbeiten einfacher Arbeitsschritte, sondern können auf vielfältige Weise zum Erlernen neuer Fähigkeiten genutzt werden. Entsprechend ist niemand mehr für das Lernen von Sprachen ausschließlich auf Kurse oder Bücher mit Sprach-CDs angewiesen.
Meine Reise in die chinesische Sprache begann wie bereits angeführt mit „Hello Chinese“ und viele weitere Apps folgten. In diesem Beitrag möchte ich mich zunächst jedoch zunächst auf meinen ersten Helfer konzentrieren, der aus meiner Sicht einen der besten Einstiege in das Chinesischlernen ermöglicht.
Chinesisch lernen mit Apps?
Es gibt viele Apps, mit denen man Chinesisch lernen kann. Diese reichen von spezialisierten Apps, die spezifische Aspekte wie Aussprache, Grammatik oder Schriftzeichen abdecken, bis hin zu umfassenden Paketen, die entweder auf bestimmte Sprachniveaus abzielen oder einen strukturierten Einstieg in die chinesische Sprache bieten. Ich habe in den letzten 365 Tagen viele dieser Apps selbst ausprobiert und werde in Zukunft über meine Erfahrungen berichten.
Aller Anfang war auch hier schwer…
Auch wenn ich seit Anfang Februar täglich Chinesisch lerne, waren insbesondere die ersten vier bis sechs Wochen von einer gewissen Findungsphase und Unsicherheit geprägt. Ich schrieb bereits im einführenden Text dieses Blogs, dass ich in der Vergangenheit durchaus versucht hatte, andere Sprachen zu lernen, wobei „versucht“ fast schon übertrieben ist, da ich diese Bemühungen nach kurzer Zeit wieder abbrach.
Ebenso wie bei diesen anderen Sprachen, bei denen ich keinen Bezug zur Sprache oder Kultur des Landes hatte und somit schwer einen Einstieg fand, erging es mir auch mit Chinesisch.
Wie häufig im Leben suchte ich zunächst nach etwas Vertrautem. Konkret bedeutet das, dass ich zunächst beim Anbieter Babbel schaute, ob dieser Chinesisch als Sprache anbieten, was jedoch nicht der Fall war. Entsprechend musste ich mich auf die Suche nach einer alternativen App machen.
Ich kann heute nicht mehr genau sagen, wie ich zu meiner Wahl kam, doch wenn man nach einem Einstieg für die chinesische Sprache sucht, werden die meisten Menschen sicherlich entweder auf Duolingo oder auf Hello Chinese aufmerksam. Letzteres war die App, mit der ich begonnen habe, Chinesisch zu lernen, wohingegen Duolingo für die chinesische Sprache weder meine erste noch zweite Empfehlung wäre.
Allgemeiner Überblick zur App „Hello Chinese“
Hello Chinese ist eine App, die die chinesische Sprache in einem umfassenden Paket vermittelt. Dies umfasst das Lernen von Vokabeln, der Aussprache und den Schriftzeichen sowie eine Vielzahl an weiterführendem Content. Das Grundgerüst der App besteht zunächst aus einem Wortschatz von etwa 500 Wörtern.
Anders als andere Apps konzentriert sich Hello Chinese nicht darauf, die einzelnen Sprachstufen der Chinesisch-Vokabeln nach dem HSK-System zu vermitteln. Stattdessen nimmt diese App 500 Vokabeln, die etwa dem HSK 3 Niveau entsprechen, und verknüpft sie zu mehreren aufeinander aufbauenden Lektionen mit thematischen Überschriften wie Familie, Reisen, Essen gehen und ähnlichem.

Dies ist ein Konzept, das auch von anderen Sprachlern-Apps bekannt ist. Hello Chinese bietet somit einen gut strukturierten Einstieg, der effektiv umgesetzt ist, ohne dabei zu überfordern. Es sollte jedoch beachtet werden, dass das Erlernen der 500 Wörter in Hello Chinese nicht ausreicht, um alle Feinheiten zu beherrschen, die für das Bestehen einer HSK 2 oder HSK 3 Prüfung erforderlich sind.
Der Lernablauf
Der Lernablauf mit Hello Chinese ist klar strukturiert. Jedes Oberthema fasst Vokabeln zusammen, auf die schrittweise aufgebaut wird. Ein Oberthema besteht typischerweise aus zwei bis drei Lektionen sowie einem Abschnitt für Tipps und Hinweise und einem Sprechanteil.
Mein eigener Lernprozess sah so aus, dass ich mich zunächst auf das Bearbeiten der Lektionen konzentriert hatte und täglich mindestens eine Lektion abschloss. Zu Beginn habe ich, wie vermutlich jeder Chinesisch-Lernende, mit Pinyin geübt. Pinyin ist die Lautschrift, mit der chinesische Vokabeln in lateinischer Schrift dargestellt werden.

Neben dem Erlernen der einzelnen Vokabeln gibt es tägliche Wiederholungsrunden, die sowohl aus Vokabelabfragen als auch aus Satzkonstruktionen bestehen, welche die Grammatik in der Praxis üben sollen.
Wie man sich vorstellen kann, ist es am Anfang sehr viel Lernstoff. Die Grammatik wird zwar in den einzelnen Lektionen erklärt, aber ich hatte persönlich immer das Gefühl, in dieser ersten Phase vieles erst einmal hinzunehmen, teilweise auch auswendig zu lernen, ohne es vollständig zu verstehen.
Eine finale Entscheidung, wie ich dazu stehe, habe ich nicht. Mein aktueller Standpunkt ist es jedoch, dass es sinnvoll war, zunächst ein Gefühl für die Sprache zu entwickeln und einen Grundstock an Ausdrücken und Formulierungen zu erlernen. Später kann man sich detaillierter mit den Grammatikregeln auseinandersetzen. Hello Chinese arbeitet speziell am Anfang mit sehr einfachen Sätzen, die die grundlegende Satzstruktur vermitteln und noch nicht besonders kompliziert sind.
Mein täglicher Begleiter
Seit Februar 2024 ist Hello Chinese ein täglicher Begleiter von mir geworden. Nachdem ich in den ersten Wochen lediglich mit Pinyin den Ausdruck einzelner Wörter erlernt hatte, entschloss ich mich nach einigen Wochen bewusst dazu, den gesamten Kurs von vorne zu beginnen. Ich begann erneut bei Lektion 0, jedoch diesmal mit den chinesischen Schriftzeichen. Dabei stellte ich fest, dass ich mich beim Lesen komplett auf das Pinyin verlassen und die Schriftzeichen nicht erfasst hatte.
Mir wurde klar, dass es nicht ausreicht, Chinesisch nur aussprechen oder verstehen zu können. Mein Ziel war es, die Sprache in ihrer Ganzheit zu beherrschen — also auch schreiben und lesen zu können. Da die chinesische Schrift sich stark von unserer deutschen unterscheidet, halte ich persönlich das Erlernen der Schriftzeichen für einen wichtigen Aspekt des Spracherwerbs. Die Zusammensetzung der Schriftzeichen kann oftmals die Bedeutung der Wörter verdeutlichen.
Inzwischen habe ich längst mehr als die 500 Wörter aus Hello Chinese gelernt und würde sagen, dass ich fast alle Vokabeln dieses Pools nicht nur passiv verstehen, sondern auch aktiv abrufen kann. Jeden Morgen öffne ich als erstes meine Hello-Chinese-App und versuche, meine täglichen 20 Punkte zu erreichen, um meinen Lernfortschritt zu dokumentieren. Das bedeutet, dass ich einige Vokabeln wiederhole und Sätze bilde.
Da dies inzwischen so wenige Vokabeln und Sätze sind, muss ich zusätzlich mindestens ein bis zwei Wiederholungsübungen absolvieren, um die tägliche Punktzahl zu erreichen.
Übungsspiele in Hello Chinese
Diese spielerischen Übungen sind eine der Besonderheiten von Hello Chinese. Die App bietet acht verschiedene Spiele, die sich auf die Bereiche Hören, Schreiben, Lesen, Sprechen und Schriftzeichen konzentrieren. Ich muss gestehen, dass der strukturierte Lernerfolg mit Hilfe dieser Spiele für mich nicht unbedingt gegeben ist.
Das bedeutet, ich habe nicht das Gefühl, mit diesen Spielen in meinem Lernprozess tatsächlich wirklich vorwärts gekommen zu sein. Ich kann mir aber vorstellen, dass dies gerade zu Beginn bei dem einen oder anderen Menschen anders. Diese Übungsspiele haben sich für mich zu einem unkomplizierten Start in den Tag entwickelt, der direkt nach dem Aufwachen problemlos bewältigt werden kann.

Geschichten und Vertiefungen
Neben dem allgemeinen Kurs mit einem Umfang von 500 Wörtern sowie den Übungen zu den genannten Spielen und Videos von Muttersprachlern, gibt es die Möglichkeit, durch Geschichten oder kleine Lektionen das Vokabular zu wiederholen bzw. neue Vokabeln zu lernen. Allerdings lösen andere Apps diese Aufgaben aus meiner Sicht deutlich besser.
Die Geschichten sind nach dem Lernvokabular geordnet und orientieren sich an den HSK-Stufen. Nach der Geschichte folgt ein kleines Quiz zur Überprüfung des Lernerfolgs, zudem kann man sich die Geschichten vorlesen lassen. Wenn jemand nur eine einzige App nutzen möchte, um sowohl den Einstieg ins Chinesisch lernen als auch die Vertiefung der Grundlagen zu ermöglichen, dann können diese Geschichten hilfreich sein. Jedoch gibt es meiner Meinung nach bessere Apps zum Lesen.
Das Gleiche gilt für die Vertiefung des Vokabulars. Hello Chinese bietet zu verschiedenen Themen auf unterschiedlichen Niveaus kurze Lektionen an, die aus einem Audioteil bestehen, den man anschließend wiederholen und üben kann. Der große Nachteil ist jedoch, dass diese neu erlernten Vokabeln nicht im Rahmen der täglichen Wiederholung abgerufen werden können.

Das bedeutet, Hello Chinese behandelt die zusätzlichen Inhalte wie voneinander getrennte Bereiche, was dazu führt, dass es sich wie eine kleine App innerhalb einer großen App anfühlt. Es gibt effektivere Lösungen, um das eigene Vokabular zu erweitern, ohne sich strikt am HSK-Konzept zu orientieren.
Resümee
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Hello Chinese aus meiner Sicht eine hervorragende App für den Einstieg in die chinesische Sprache ist. Obwohl es nicht die einzige App mit einem guten Ansatz ist, zählt sie für mich zu den Spitzenkandidaten.
Die App war für mich der Beginn meines Lernprozesses der chinesischen Sprache, weshalb ich immer eine positive Verbindung damit haben werde. Für diejenigen, die zunächst einmal hineinschnuppern und feststellen möchten, ob sie genug Motivation haben, langfristig dranzubleiben, bietet die kostenlose Variante von Hello Chinese einen guten ersten Einstieg. Nach einigen Wochen kann man das Lernen durch weitere Apps ergänzen und erweitern.
Das kostenpflichtige Angebot der App umfasst vertiefende Materialien wie Geschichten und zusätzliche Lektionen. Wenn man nur eine einzige App nutzen möchte, ist Hello Chinese sicherlich eine gute Wahl. Allerdings empfehle ich, etwas mehr Geld zu investieren und mehrere Apps zu verwenden, um den Lernprozess strukturiert zu vertiefen und einzelne Aspekte der Sprache, wie beispielsweise das Vokabellernen, Schreiben oder Lesen, intensiver zu bearbeiten.







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