Die ersten Tage des Jahres 2026 liegen hinter uns, und meine guten Vorsätze werden in gewisser Weise bereits auf die Probe gestellt. Nachdem ich mir ursprünglich für das aktuelle Jahr vorgenommen hatte, die HSK-5-Vokabeln vollständig zu lernen, gab es im Januar nun die lang verzögerte Meldung: Noch in diesem Jahr wird die HSK-Prüfung umgestellt! Gleichzeitig brachten mich die Lerneindrücke im vergangenen Monat zum Nachdenken über meine selbst gesetzten Ziele.
Aus HSK 2.0 wird HSK 3.1
Dass die bestehenden HSK-Prüfungen novelliert werden sollten, ist kein Geheimnis gewesen. Bereits seit einigen Jahren existierten reformierte Vokabellisten, die unter dem Label HSK 3.0 statt bislang sechs ganze neun Stufen anboten. Unklar war jedoch bis zuletzt, wann es letztlich zur tatsächlichen Einführung kommen würde.
Ich kann mich noch erinnern, mich im vergangenen Jahr beim Konfuzius-Institut in Hannover rückversichert zu haben, dass das „alte“ 2.0-System noch abgeprüft wird. Die Reaktion wirkte dabei so, als sei man sich der neuen 3.0-Systematik gar nicht bewusst gewesen. Zumindest für die Person, die mir geantwortet hatte, gilt dieser Eindruck.
Nun ist es also soweit. Ab der zweiten Jahreshälfte wird es offiziell keine HSK-2.0-Tests mehr geben, sodass mein bisheriges Vorhaben, die HSK-5-Vokabeln zu lernen, ein Argument weniger hat. Hinzu kommen meine Eindrücke aus dem Januar 2026.
Rückkehr zu Glossika
Nachdem ich mit allem Auf und Ab zuletzt doch stets die 100 Stunden im Monat vollgemacht hatte, lautete eines meiner Ziele für das Jahr 2026, dieses Lernpensum aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig wollte ich jedoch nicht nur an der Stabilisierung der Quantität, sondern auch der Qualität arbeiten.
Neben den Schreibübungen, die ich im Januar gezielter fortgeführt hatte, lag mein Fokus auch auf dem Sprechen. Das aktive Abrufen von Vokabeln und Ausdrücken mag im Kopf noch halbwegs funktionieren, doch wenn die Silben auf der Zunge nach außen wandern sollen, ist man plötzlich nur noch halb so smart. Hier habe ich im Januar keinen unerwartet großen Sprung gemacht, aber insgesamt so viel gesprochen wie noch in keinem Monat zuvor.
Eine Unterstützung war dabei auch die Wiederentdeckung der App Glossika. Nachdem ich im September bereits zu CPAIT zurückgekehrt war und diese App weiterhin nutze, gab ich Glossika Mitte Januar eine neue Chance. Die App zeichnet sich dadurch aus, dass man feste Phrasen bekommt, die man anschließend nachsprechen kann. Im Prinzip ist es eine App, mit der man Shadowing üben kann – was ich wiederum auch erst seit August regelmäßig umsetze.
Rückblickend hatte ich Probleme mit der App, da die Ausdrücke idiomatisch und damit nicht zwangsläufig 1:1 übersetzbar sind, was ich bei meinem ersten Anlauf vor knapp einem Jahr noch nicht verstand. Nachdem ich nun ein gewisses Fundament an Vokabeln habe und das korrekte Aussprechen der Silben immer mehr automatisiert ist, bin ich offenbar an dem Punkt, für Glossika tatsächlich bereit zu sein. Das Ausbauen der Sprechzeit ist damit auch mein Zwischenziel für den Februar 2026.
Wie geht es mit HSK für mich weiter?
Doch wie geht es mit dem Thema HSK für mich weiter? Zunächst einmal steht weiterhin der Vorsatz, die HSK-4-Prüfung zu bestehen. In Anbetracht der Tatsache, dass dies nur noch in der ersten Jahreshälfte mit dem alten Modell möglich sein wird, erübrigt sich die Frage, ob ich in ein paar Wochen für die Prüfung bereit wäre.
Erste Probeklausuren zeigen mir, dass ich mich mit der Prüfungslogik noch etwas schwertue. Während ich den Hörteil in den Mock-Tests ohne Probleme bestand, war der schriftliche Teil bislang jedes Mal knapp, wobei ich mich insbesondere mit der ABC-Aufgabenstellung, bei der Satzteile sortiert werden müssen, schwertue. Derzeit versuche ich, jeden Tag etwas Zeit in das Üben der HSK-Prüfung zu investieren.
Mitte März muss ich dann die Entscheidung treffen, ob ich mich für die Prüfung im April anmelde. In gewisser Weise ist es eine bizarre Situation. Während ich einerseits meine (aus meiner Sicht aktuell) relevanten Baustellen kenne, um mein Chinesisch weiter zu verbessern, habe ich andererseits Baustellen bezogen auf die Prüfung, die ich derzeit nur für diese ausbessern muss, die mir aber dennoch Zeit kosten. Das zerrt wiederum an meiner Motivation, gezielt Prüfungsaufgaben zu üben, anstatt beispielsweise meinen Schreibstil zu verbessern, der in der HSK-Prüfung praktisch egal ist.
Weiter HSK-5-Vokabeln?
Passend dazu stellt sich die Frage, ob ich an meinem Vorhaben festhalte, die HSK-5-Vokabeln im Jahr 2026 zu lernen. Die kurze Antwort lautet, dass ich das vermutlich abbrechen werde. Die lange Antwort lautet, dass ich derzeit weiterhin jeden Tag mindestens drei neue Vokabeln bei Skritter „lerne“.
Aktuelle HSK-3.1-Sammlungen sind dort noch nicht abrufbar, sodass ich mich weiterhin an der HSK-5-Liste orientiere, gleichzeitig aber immer mehr beginne, Vokabeln aus dem Einzelunterricht oder aus Podcasts und Serien zu übernehmen. Ein so klarer Kurs, wie ich ihn mir noch zum neuen Jahr vorgenommen hatte, ist dies derzeit jedoch nicht.
Die Zahlen des Januar 2026
Damit kommen wir zu den harten Fakten. Im Januar 2026 habe ich 7.574 Minuten gelernt, was knapp 150 Minuten mehr als im Vormonat sind. Ich habe weniger gelesen, weniger Zeit mit Skritter verbracht und weniger gehört. Wo ging die Zeit also hin?
Hier kommt die von mir angesprochene Qualität zum Zuge, womit ich auch das gezielte Üben meiner Schwachstellen meine. Ich habe gut 350 Minuten mehr geschrieben, 200 Minuten mehr gesprochen und fast 700 Minuten mehr Unterrichtsmaterial bearbeitet bzw. Einzelunterricht gehabt. Konkret stecken hinter Letzterem vor allem Online-Kurse, aber auch Podcasts von ChinesePod, die zu einem kurzen Dialog neben Vokabeln auch kulturelle Hintergründe aufarbeiten.

Für Februar ist es das Ziel, weiter hier anzusetzen. Ich will nochmals mehr sprechen und hoffe gleichzeitig, bis Ende Februar bei den Mock-Tests für HSK 4 meine bisherigen Problembereiche in den Griff zu bekommen.
In diesem Sinne: 加油!






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