Der November 2025 liegt bereits einige Tage zurück, und ich führe weiterhin ausführlich meine Statistiken. Gleichzeitig konnte ich das Lerntempo der vergangenen Monate nicht halten, auch wenn am Ende erneut über 100 Stunden zusammenkamen. Dennoch war auch der vergangene Monat wieder von Lernveränderungen geprägt, da ich weiterhin versuche, meinen Lernprozess stetig auf einem guten Niveau zu halten.
Die ersten Berührungspunkte mit HSK 5
Nachdem ich im Oktober erstmals alle HSK-4-Vokabeln „gelernt“ hatte – wobei das Verinnerlichen weiterhin nicht abgeschlossen ist –, stellte sich mir die Frage, wie ich weiter vorgehen sollte. Ich hatte die Wahl, wieder auf das 3.0-Vokabular zu wechseln oder mich an HSK 5 heranzuwagen. Am Ende entschied ich mich für Letzteres.
Der Hauptgrund hierfür war, dass ich das Gefühl habe, allmählich Vokabeln zu lernen, die es mir tatsächlich ermöglichen, Gedanken und Argumentationen auszudrücken. Ich bin weiterhin immens weit davon entfernt, fluent zu sein, dennoch hatte ich bislang das Gefühl, im HSK-5-Vokabular langsam Begriffe zu lernen, die bestehende Lücken sinnvoll füllen.
Das passt zu Berichten, die ich immer mal wieder wahrgenommen hatte. Während ab HSK 4 die Sprache langsam begann, „Spaß zu machen“, da man sich ausdrücken konnte, beginnt das echte Leben erst in HSK 5. Diesen Eindruck teile ich bislang, auch wenn es weiterhin Vokabeln gibt, die ich mir schwerer merken kann.
Bilder und Pingo
Beim Schreiben verschob ich meinen Fokus erneut ein wenig. Nachdem ich zunächst begonnen hatte, freies Schreiben mit kurzen deutschen AI-Texten zu üben, die ich anschließend selbst ins Chinesische übersetzte, begann ich im November, mich an Bildergeschichten zu versuchen. Zwischenzeitlich war die Fehlerquote immens hoch, da ich feststellen musste, dass das Beschreiben des eigenen Tages in Form eines Tagebuchs etwas anderes ist als das Ordnen der Gedanken zu einem Comic. Nach und nach verbesserte sich dies jedoch ebenfalls.
Was das Üben des Sprechens betrifft, wurde ich erfolgreich geinfluenced. Nachdem ich bislang vor allem ChatGPT-Gespräche geführt hatte, die den Nachteil hatten, dass die Antworten in Textform erschienen, sodass ich mich nicht ausschließlich aufs Hören verlassen musste, wurde mir auf Social Media Pingo vorgestellt.
Die ersten Versuche überzeugten mich dahingehend, ein Abo abzuschließen und mich seitdem in kurzen Gesprächen zu versuchen. Die Pingo-AI ist deutlich weniger verzeihlich bei unkorrekter Aussprache und gibt klareres Feedback zu Grammatik und Vokabelwahl. Unterm Strich ist das keine perfekte Lösung, aber ein weiteres Tool, das ich derzeit als sinnvoll wahrnehme.
Insgesamt führte das dazu, dass ich im November etwas mehr schrieb als im Vormonat und nur etwas weniger Zeit ins Sprechen investierte. Der Großteil der reduzierten Lernzeit entfiel damit auf das Hören und den Unterricht. Hier hatte ich nach einem kurzen Intermezzo den Präsenzunterricht am Konfuzius-Institut wieder abgebrochen, da die Lernform und die Gegebenheiten nicht optimal für mich waren. Ich habe schlichtweg nur begrenzt Zeit und kann diese produktiver nutzen.
Das Lerntempo der vergangenen Monate nicht gehalten
Dennoch sank der Lernumfang im Vergleich zum Vormonat erneut. Ich lernte mit 6.627 Minuten zwar wieder über 100 Stunden, lag damit aber deutlich unter den Zeiten der letzten Monate. Wenn ich es in Worte fassen müsste, würde ich sagen, dass es sich phasenweise wie ein tägliches Wettrennen angefühlt hat, das ich nicht gewinnen, sondern lediglich nicht verlieren kann.
Das Zeitkonto wird jeden Tag aufs Neue auf Null gestellt, und während ich vor einem Jahr vielleicht noch eine Stunde Lernen pro Tag als viel empfunden hatte, waren drei Stunden inzwischen ein Standard, den ich jedoch nicht jeden Tag halten konnte.
Hinzu kam eine Corona-Erkrankung, die mich fast zwei Wochen aus der Bahn warf. An einigen Tagen schaffte ich es gerade einmal, das „Grundpensum“ abzuspulen, das kaum eine halbe Stunde in Anspruch nimmt. Gleichzeitig war mein Kopf platt, und ich hatte Schwierigkeiten, bereits gelernte Vokabeln abzurufen. Dennoch blieb das Lernen für mich auch mental ein wichtiger Anker.
Die Zahlen, bitte!
Damit komme ich zu den Zahlen. Trotz aller Widrigkeiten investierte ich im November – wie bereits dargestellt – 6.627 Minuten ins Lernen. Beim Schreiben investierte ich sogar etwas mehr Zeit als im Oktober, wobei ich das Niveau aus August und September nicht erreichte.

Dafür stieg mein Vokabel-Konto wieder deutlich an. Das HSK-5-Vokabular motivierte mich rückblickend offensichtlich doch mehr, als ich es bewusst wahrgenommen hatte. Während ich mich im Oktober über die HSK-4-Ziellinie geschleppt hatte und lediglich 60 neue Wörter lernte, waren es im November 147. Ursprünglich hatte ich mir für dieses Kalenderjahr vorgenommen, 1.000 neue Wörter zu lernen – diese Zahl habe ich längst überschritten.






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