Tagebuchschreiben im August 2025

Der August ist vorbei und damit verging ein weiterer Monat meiner Chinesisch-Reise. Nachdem ich im Juli bereits knapp 100 Stunden mit dem Lernen der Sprache verbracht hatte, erhöhte sich diese Zeit im August noch einmal. Hinzu kamen neue Lernmethoden und insbesondere eine Sache: Nochmals mehr aktiv die Sprache üben!

Nichts, was von Wert ist, ist einfach

Das ist eine grundlegende Feststellung, die wir alle uns immer wieder ins Gedächtnis rufen müssen, auch wenn es nur allzu leicht fällt, dies zu vergessen. Auch der August war von Tagen geprägt, an denen ich mich sehr smart fühlte. An anderen Tagen hatte ich das Gefühl, trotz vieler investierter Stunden keinen Fortschritt zu machen. Die Wahrheit liegt bekanntermaßen oft in der Mitte und auch hier wird dies der Fall gewesen sein.

Lernen, Fortschritt, Progress – das erfordert stets, sich aus seiner eigenen Komfortzone herauszubewegen und es sich unbequem zu machen. Auch wenn mir dies nur allzu gut bewusst ist, ist es zumindest für mich dennoch fast jeden Tag aufs Neue eine Herausforderung, nicht nur einen Zeh ins Wasser zu halten und gleichzeitig auch nicht völlig überheblich zu weit hinauszuschwimmen.

Ein Prozess ist selten linear, doch wenn man sich in diesem selbst befindet und nicht nur Phrasen darüber wiederholt, wird man sich dieses Umstandes umso deutlicher bewusst. Auch der August 2025 war somit von einer Achterbahn der Gefühle geprägt, was vielleicht auch daran lag, dass ich nochmals mehr Zeit als im Vormonat für das Erlernen der Sprache aufgebracht hatte.

Die berühmten 2.200 Stunden

Zum einen war dies aufgrund einiger Tage Urlaub möglich, in denen die Kinder aufgrund der Ferienzeit zwar zum Teil zu Hause waren. Zum anderen war es aber auch schlichtweg eine bewusste, rationale Entscheidung.

Angenommen, ich benötige die oft zitierten 2.200 Stunden, um Chinesisch halbwegs zu erlernen, dann kann jeder selbst den Taschenrechner herausholen, wie schnell das Ganze mit 30 Minuten, einer Stunde oder eben drei und mehr Stunden pro Tag erreicht wird.

In gewissem Rahmen ist dies eine Milchmädchenrechnung, keine Frage, und es wird regelmäßig betont, dass diese 2.200 Stunden qualitativ hochwertiges Lernen bedeuten würden. Das führt zu der berechtigten Frage, was man darunter verstehen kann. Oder anders ausgedrückt: Verschwende ich womöglich Zeit?

Was ist echte Lernzeit?

Dies war ein Gedanke, der mich im August einige Tage umtrieb. Letztlich kann ich es nicht ändern, dass ich beim Laufen oder Kochen nicht Vokabeln schreiben oder Texte lesen kann. Wenn ich aber Audioinhalte zum x-ten Mal höre und damit auch mit etwas weniger Anstrengung dem Ganzen folgen kann, mag dies keine Stunde gewesen sein, die ich abgeschottet von der Umwelt hochintensiv gelernt hätte.

Es ist aber eine weitere Stunde, die ich bewusst auch für das Erlernen der Sprache nutzte. Meine Alternative bestünde darin, es zu lassen, was wiederum noch unproduktiver wäre, sodass ich es nach einigen Tagen schaffte, mich von diesen Überlegungen auch wieder zu lösen. Gleichzeitig trug das Ganze aber dazu bei, dass ich versuchte, mich nochmals zu reflektieren und bewusst Schwächen anzugehen.

Im Ergebnis führte dies dazu, dass ich im August bewusst begann, jeden Tag zu schreiben: Satzübersetzungen, Grammatikübungen oder eben sogar ein kleines Tagebuch, in dem ich jeden Tag meine Erlebnisse mit meinem Wortschatz von inzwischen knapp 2.000 Wörtern zusammenfasse. Diesen Lern-Tipp entnahm ich wiederum einem Podcast, von denen ich im August deutlich mehr als noch in den Vormonaten hörte. Wenn ich also nicht zu abgelenkt bin, versuchte ich auch das Hören effektiver zu gestalten.

Zahlen bitte

Es gäbe noch das ein oder andere zum August zu sagen. Doch die meisten Themen werden mich vermutlich sowieso noch die weiteren Monate begleiten, sodass ich auch an anderer Stelle darüber reflektieren kann. Kommen wir damit zu den Zahlen. Mit dem Schreiben verbrachte ich etwas mehr als 1.200 Minuten im August, was im nächsten Monat vermutlich mehr Zeit werden wird, da ich mit dem Tagebuch erst zum Ende des Monats begann.

Das Hören steigerte ich von knapp 2.500 auf knapp 3.750 Minuten, wobei das bewusste Hören von Podcasts, die ich oftmals auch nur einmal hörte, den größten Anteil einnahm.

Und auch das Sprechen wurde aktiver betrieben, wobei hier insbesondere ChatGPT eine neue Säule ausmachte. Ich lasse mir derzeit einfache deutsche Texte aus 3–4 Sätzen vorgeben, die ich anschließend am Stück auf Chinesisch einspreche. Ich mache jedes Mal (neue) Fehler, die im Anschluss korrigiert werden, und ich spreche den Text noch einmal korrekt ein, bevor die nächste Aufgabe erfolgt. Pro Tag wird dies 15 bis 30 Minuten gemacht, um die Konzentration aufrechtzuerhalten. Hier kann ich noch nachbessern bzw. mir an mehr Tagen die Zeit nehmen.

Insgesamt führte dies dazu, dass ich im August deutlich über 100 Stunden lernte. Zu den „offiziell getrackten“ 8943 Minuten Lernen dürften knapp 300 weitere Minuten kommen, die ich mit kleinen App-Aufgaben und anderen Dingen aufbringe, was aber zu kleinteilig für eine Dokumentation wäre.

Bei Skritter kamen zudem 198 neue Wörter und 68 neue Schriftzeichen im August hinzu. Hier habe ich bewusst versucht, mein Lerntempo etwas zu erhöhen. Im November sollte ich das offizielle HSK-4-Vokabular vollständig in Skritter in meinen Lernkarten haben und werde mich dann auf HSK 2 (3.0) und einige andere Vokabellisten fokussieren, solange ich parallel beginne, für die HSK-4-Prüfung im nächsten Jahr aktiv zu üben – so zumindest mein derzeitiger Plan.

2 Antworten zu „Tagebuchschreiben im August 2025“

  1. […] 20 Minuten widme, ist das bewusste Aufarbeiten von Grammatikstrukturen ein Punkt gewesen, dem ich bereits im August, aber speziell im September, begann Aufmerksamkeit zu widmen. Hierbei nutzte ich vor allem zwei […]

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  2. […] lerne und gleichzeitig meine aktiven Fähigkeiten verbessere. Das Tagebuchschreiben, das ich im August begann, hilft mir weiterhin, Strukturen zu verinnerlichen. Gleichzeitig habe ich im Oktober weiterhin […]

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