Halbzeit 2025: Wie läuft es mit mehr Sprechen und Hören?

Der Juli hat vor einigen Tagen begonnen, und das Jahr 2025 ist damit zur Hälfte vorbei. Bereits im Januar hatte ich mir vorgenommen, mehr Sprechen und Hören zu üben. Generell war mein Ziel, meinen Chinesisch-Lernprozess strukturierter und kontinuierlicher voranzutreiben. Gab es 2024 noch einige Tage, an denen ich eher alibimäßig auf HelloChinese und Skrittr die Streak aufrechterhielt, wollte ich in diesem Jahr mindestens eine Stunde täglich lernen. Wie gut kam ich voran?

Vor dem Aufstehen 15 bis 30 Minuten Chinesisch

Auch wenn mir eine detaillierte Dokumentation dieser ersten Jahreshälfte fehlt, habe ich es praktisch jeden Tag geschafft, mich mindestens eine Stunde mit der chinesischen Sprache auseinanderzusetzen. Die Grundpfeiler dafür waren unterschiedlich.

Zum einen habe ich mir angewöhnt, morgens nach dem Aufwachen noch im Bett meine erste „Runde“ durch die Apps zu machen. Das bedeutet in der Praxis, dass ich die Tagesziele auf HelloChinese erfülle, auf Skrittr mindestens 10 Vokabeln wiederhole und in anderen Apps zumindest ein paar Minuten sammle. Auf diese Weise komme ich – je nach Müdigkeit und Zeitdruck – in der Regel auf 15, meist aber fast 30 Minuten, die ich direkt nach dem Aufwachen Chinesisch lerne.

Auf der anschließenden Autofahrt zur Arbeit höre ich inzwischen fast ausnahmslos jeden Morgen über LingQ Podcasts oder Texte, die ich zuvor als Skript gelesen hatte. Noch vor dem Erreichen der Arbeitsstelle habe ich damit bereits ein gewisses Pensum an Sprachwiederholung erfüllt, was mir den Druck nimmt. Ich möchte in der Regel noch mehr lernen – doch wenn dies aufgrund des Tagesverlaufs nicht klappt, habe ich zumindest ein Grundpensum erfüllt.

Podcast statt Musik

Eine weitere große Veränderung war der Wechsel vom Musikhören hin zum bewussten Auseinandersetzen mit Podcasts. Wenn man sich im Internet darüber informiert, wie man Sprachen lernen kann, wird das Hören von Musik oft genannt. Das Problem beim Chinesischen ist allerdings, dass die Sprache vier (bzw. fünf) Töne besitzt, die die Bedeutung einer Silbe ändern. Wie setzt man das korrekt in der Musik um?

Die Antwort ist interessanterweise: gar nicht! Während die Peking-Oper diesen Anspruch tatsächlich erfüllt und chinesischer Rap wohl meist korrekt sein soll, nehmen sich viele chinesische Künstler bei der Musikproduktion gewisse Freiheiten und opfern den korrekten Ton der Melodie.

Wie ich inzwischen gelernt habe, gibt es hierzu sogar wissenschaftliche Erhebungen und Auswertungen. In jedem Fall war das der Grund für mich, im April mit dem Hören von Podcasts zu beginnen. Mein Mandarin und mein Hörverständnis waren inzwischen so weit entwickelt, dass ich mich durch angepasste Inhalte nicht mehr überfordert fühlte. Das Musikhören rückte dadurch zunehmend in den Hintergrund.

茶歇中文

茶歇中文“ bedeutet übersetzt „chinesische Teepause“. So heißt ein Podcast, den ich nach etwas Recherche gefunden habe und dessen Inhalte praktischerweise zu großen Teilen über LingQ verfügbar sind. Kulturell betrachtet spricht man in einer chinesischen Teepause eher ruhig und langsam – wie mir zumindest von einem Native Speaker erklärt wurde –, sodass der Name gut gewählt ist.

Insbesondere in den ersten rund 50 Folgen ist das verwendete Vokabular bewusst einfach gehalten, sodass man mit einem soliden HSK3-Fundament gut folgen kann, ohne dass der Inhalt banal wäre. Gleichzeitig ist die Sprechgeschwindigkeit zu Beginn recht langsam. Beides verändert sich im Lauf der Zeit, nachdem die Macher in einer Umfrage Rückmeldung erhalten hatten, dass ihre Zuhörer bereits weiter seien.

Shadowing 茶歇中文

Das hat Vor- und Nachteile. Inzwischen sind mir die ersten Folgen sogar fast zu langsam – was ich mir seit letztem Monat jedoch zunutze mache. Nachdem ich das aktive Sprechen deutlich gesteigert habe und über verschiedene Kanäle jeden Monat mindestens ca. 360 Minuten reine Sprechzeit ansammle, habe ich im Juni mit dem Shadowing begonnen.

Dabei werden gehörte Inhalte direkt nachgesprochen – eine häufig empfohlene Methode. Ich hatte mich dazu bislang noch nicht ausreichend in der Lage gefühlt, glaube aber inzwischen, meine Töne gut genug gefestigt zu haben, um dies mit langsam gesprochenen Texten umsetzen zu können.

Entsprechend nutze ich – wenn ich mental frisch bin, um die Übung korrekt durchzuführen – die Shadowing-Methode mit dem Podcast 茶歇中文. Ich muss gestehen, dass insbesondere nach den ersten Durchgängen mehrere Minuten pausenlosen Sprechens ein gewisser „Mundmuskelkater“ zu spüren war. Zunächst werde ich diese Methode also weiterhin in meinen Lernalltag integrieren.

Die nackten Zahlen

Damit komme ich zu den Zahlen. Mittels Notiz-App habe ich seit Februar meine Hörzeiten außerhalb der LingQ-App dokumentiert – wobei die Zahlen der App teilweise ungenau sind. Das liegt daran, dass ich mir für den Unterricht, den ich weiterhin nehme, pro 50-Minuten-Block in der LingQ-App 20 Minuten Sprechen und 20 Minuten Hören anrechnete, was ungefähr passend ist. – Als Podcast sind an dieser Stelle Audioinhalte auf der Apple-Podcast-App gemeint. Großen Anteil der Zeit hat der Podcast „DaShu Mandarin“.

Zudem hatte ich im Januar die Hörzeiten nicht einzeln dokumentiert, sondern bei LingQ dazugerechnet. Ab Juli will ich dies alles genauer aufschlüsseln und auch die Lernzeiten sowie Umfänge in den verschiedenen Apps besser dokumentieren. An dieser Stelle daher nur die Werte für das Hören und Sprechen in den bisherigen Monaten.

Hinterlasse einen Kommentar