Januar 2025: Mehr Sprechen und Hören

Der Januar war ein wechselhafter Monat. Es ist bekannt, dass das menschliche Gehirn Schwierigkeiten hat, sich an die genauen Abläufe der Vergangenheit zu erinnern und stattdessen unterschiedliche Erinnerungsfragmente zu einer plausiblen Geschichte zusammensetzt. Aus diesem Grund habe ich begonnen, eine Art „Journal“ zu führen, in dem ich meine Gedanken zum Lernprozess dokumentiere. Meine Zusammenfassung des Januars basiert auf diesen Einträgen.

Der gute Vorsatz für das Jahr 2025

Zum Jahresbeginn gute Vorsätze zu fassen, ist ebenso wie deren Nichterfüllung eine weit verbreitete Tradition. Auch ich habe mir in diesem Jahr vorgenommen, meinen Chinesisch-Lernprozess zielgerichteter anzugehen. Bislang lag mein Fokus auf dem Lernen von Vokabeln, wobei ich dies eher passiv betrieben habe, wie ich bereits in einem früheren Beitrag erläuterte. Dies wollte ich im Januar ändern.

Infolgedessen wurde die Struktur meiner Lernanwendungen neu organisiert. Ich testete verschiedene Anwendungen, verwarf einige wieder und entfernte eine App aus meinem Lernprozess, die auf dem folgenden Bild noch dargestellt ist.

Insgesamt konnte ich jedoch erheblich mehr Zeit in das Hören und Sprechen investieren, was ich anhand der Statistiken am Ende dieses Beitrags dokumentieren werde.

Wie lerne ich weiter?

Neben dem Ziel, die Lerninhalte zu optimieren, überprüfte ich auch meine Lernprozesse. Seit fast einem Jahr nehme ich Einzelunterricht, der durchschnittlich zweimal pro Woche stattfindet. Im Rahmen des Unterrichts orientieren wir uns an der Buchreihe „China entdecken“, die einen guten Ruf genießt, aber gleichzeitig das parallele Lernen mit dem HSK-Modell erschwert.

Während die HSK-Stufen ein klar festgelegtes Vokabular umfassen, vermischt die Buchreihe die ersten drei Stufen und ergänzt teilweise weitere Wörter im Sinne ihrer eigenen Didaktik. Dies führt dazu, dass ich einerseits Vokabeln lerne, die ich im Unterricht noch nicht anwenden kann, während ich dort andererseits Themen wie das Verreisen oder meinen Lieblingsschauspieler bespreche, die mich nicht interessieren.

Diese Situation veranlasste mich, alles zu überdenken. Ich erwog die Fortführung oder Pausierung des Unterrichts, der immer einen festen Termin darstellt, ebenso wie das Lernen des HSK-Vokabulars, das aufgrund der Umstellung von HSK 2.0 auf HSK 3.0 längst nicht mehr eindeutig ist.

So lerne ich weiter

Letztlich habe ich mich bewusst dazu entschieden, beide Aktivitäten zunächst fortzusetzen. Derzeit vervollständige ich das HSK-3-Vokabular der Version 2.0, um anschließend auf das HSK-2-Vokabular der Version 3.0 überzugehen. Um Uneingeweihte nicht zu verwirren, verweise ich auf die beigefügte Grafik, wobei erwähnt werden muss, dass die Kategorisierung einzelner Wörter stark variieren kann.

Ebenso setze ich den Unterricht fort und nutze ihn vorrangig, um meine Aussprache zu verbessern, die weiterhin nicht meinen Erwartungen entspricht. Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass ich im vergangenen Jahr zu passiv geübt habe, wie bereits erläutert. Als Reaktion darauf habe ich mir im Januar einen „Aussprachekurs“ gekauft, der die einzelnen Silben von Grund auf erklärt. Obwohl mir das meiste bereits bekannt war, hilft es oft, sich mit einem gewissen Vorwissen erneut die Grundlagen anzusehen.

Darüber hinaus habe ich verschiedene Apps getestet, die unterschiedlich sensibel auf Aussprachefehler reagieren. Unter anderem übe ich mit CPAIT, die ich als sehr präzise empfinde, und versuche auch auf anderen Wegen täglich etwas Zeit in das Sprechtraining zu investieren, was an manchen Tagen besser gelingt als an anderen. Der Januar dient nunmehr als erster Maßstab für die Fortschritte im Februar.

Achterbahn der Motivation

Das Lernen ist kein geradliniger Prozess. Der Januar war für mich eine Achterbahn. Anfangs machte ich Fortschritte in der Aussprache und durch das Hören von Audiofiles, doch die zweite Monatshälfte brachte Unsicherheiten.

Trotzdem bleibt das Chinesischlernen meine „Me-Time“. Obwohl es etwas Verpflichtung erfordert, empfinde ich den Prozess als positiven Stress. Die festen Unterrichtstermine sind manchmal stressig, helfen mir aber, meinen Lernprozess zu strukturieren und zu verbessern.

Insgesamt war der Januar motivierend, auch wenn das Chinesischlernen eine Reise mit Höhen und Tiefen ist.

Die harten Zahlen

Betrachten wir die genauen Zahlen. Hierbei verwende ich hauptsächlich LinQ, eine bekannte Lern-App, die ich derzeit überwiegend als Lese- und Hör-App nutze, aber auch für Sprechübungen einsetze. Die Statistiken zu Sprach- und Höraktivitäten habe ich im Laufe der Zeit manuell ergänzt, basierend auf meiner Nutzung chinesischer Radiosender sowie Gesprächen mit ChatGPT oder Google Übersetzer.

Insgesamt sind es damit:

  • Knapp über 20 Stunden Hören
  • Knapp über 6 Stunden Sprechen
  • 396 Minuten mit der Sprach-App CPAIT

Darüber hinaus habe ich in den letzten 235 Tagen 3 Tage 18 Stunden 17 Minuten 43 Sekunden mit der App Skittr verbracht, mit der ich insbesondere, aber nicht ausschließlich Vokabeln lerne und übe. Die monatliche Veränderung wird aber auch für mich interessant. In Skittr sind es Stand Ende Januar 1046 Wörter, die ich mit dieser App gelernt habe, wobei es 744 unterschiedliche Schriftzeichen sind.

2 Antworten zu „Januar 2025: Mehr Sprechen und Hören“

  1. […] meinem – zugegeben weit zurückliegenden – Januarrückblick machte ich bereits deutlich, dass ich einige Zweifel am weiteren Lernprozess hatte. Ich empfinde […]

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  2. […] Hierbei half – und hilft – mir auch die Rückkehr zur App CPAIT. Diese hatte ich bereits zu Beginn des Jahres genutzt und war phasenweise ein wenig frustriert von der Genauigkeit der Abfrage. Auch wenn mir […]

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